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Schilddrüsenunterfunktion – Ein Volksleiden unter die Lupe genommen

Ja, es wird tatsächlich von einem Volksleiden gesprochen, wenn man über die Schilddrüsenunterfunktion, auch Hypothyreose genannt, spricht. Das bedeutet aber nicht, dass es tatsächlich die Lebensqualität stark mindert oder man gar aufgrund dieser Erkrankung sterben könnte. Nein, wenn man in Behandlung ist, kann man ein ganz normales Leben führen und steinalt werden. Denn das ist die einzige Bedingung, die man beachten sollte, wenn man diese Diagnose erhält: Einstellen der Werte und fröhlich weiterleben.

Was genau ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Die medizinische Definition von Schilddrüsenunterfunktion lautet: „Mangelnde Versorgung des Organismus mit den Schilddrüsenhormonen Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4)“. Kommt es zu diesem Zustand, verändert sich der Stoffwechsel des Körpers. Er verlangsamt sich.  Alle Stoffwechselfunktionen benötigen mehr Zeit gegenüber einem normal funktionierenden Körper.  Dies führt dazu, dass die körperliche und geistige Funktionsfähigkeit gesenkt werden. Man wird schneller müde, ist weniger leistungsfähig. Nachgewiesen wird die Hyperthyreose anhand von Blutuntersuchungen.

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren, aber auch erworben sein. Eine angeborene oder sehr früh erworbene Hypothyreose ist dringend behandlungsbedürftig. Denn sie kann zu Entwicklungsstörungen des Kindes führen.

Was geschieht in der Schilddrüse?

Ausgehend vom gesunden Menschen gibt die Schilddrüse genau so viel Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), also die Schilddrüsenhormone ab, wie der Organismus sie benötigt. Das bedeutet, dass sich die Hormonproduktion schnell den Gegebenheiten anpassen kann. Dies wird durch den thyriotropen Regelkreis gesteuert. Diese Aufgabe übernimmt das Hormon Thyreotropin (TSH). Es wird in der Hirnanhangdrüse, der Hypophyse, gebildet. Wird es vermindert, so werden auch weniger Schilddrüsenhormone produziert. Zur ihrer Produktion wird Jod benötigt.  Eine ausreichende Versorgung mit Jod, ausschließlich über die Nahrungsmittel, ist in Deutschland heutzutage leider nicht mehr möglich.  Da der Mensch ein Individuum ist, ist auch die optimale Hormonmenge für jeden ein klein wenig anders. Doch gibt es Richtwerte, die im Laufe der Geschichte der Medizin gesammelt wurden, die es den Medizinern erlauben, anhand der Blutwerte einer Person sagen zu können, ob die Werte innerhalb dieses Normbereiches liegen oder nicht.

Handelt es sich um eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion, so ist dies kurz nach der Geburt anhand der folgenden Symptome sowie des Blutbilds erkennbar:

  • Verlängerte Neugeborenen-Gelbsucht
  • Vermehrte Trinkschwäche
  • Bewegungsarmut
  • Obstipation
  • Sichtbare, verdickte Zunge

Noch weitere Anzeichen können die Ärzte in die richtige Richtung leiten. Wichtig ist, dass eine angeborene Hypothyreose sofort behandelt wird, um eventuelle Entwicklungsschäden zu vermeiden. Ist das Kind erst einmal medikamentös eingestellt, steht einer normalen Entwicklung nichts im Wege. Allerdings ist diese Form der Schilddrüsenunterfunktion nicht heilbar, sodass eine regelmäßige Überprüfung notwendig ist. Wie alle hormonellen Angelegenheiten im Organismus kann sich auch die Schilddrüsenunterfunktion innerhalb der Entwicklung eines Menschen verändern.

Die erworbene Schilddrüsenunterfunktion ist etwas, das sich im Laufe der Jahre entwickelt. Man kann es auch schleichende Entwicklung nennen. Auch bei ihr zeigen sich verschiedene Symptome, die zusammen mit den Blutwerten eine eindeutige Diagnose zu lassen.

  • Leistungsminderung
  • Konzentrationsschwäche
  • Allgemeine, körperliche Schwäche
  • Antriebslosigkeit
  • Müdigkeit
  • Verstopfung
  • Leichtes, stetes Frieren
  • Depressives Verhalten
  • Ödeme unterschiedlicher Art
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtszunahme
  • Kühle, trockene Haut
  • Brüchige Haare (wie Pferdehaare – strohig)
  • Haarausfall
  • Brüchige Nägel
  • Unregelmäßige Monatsblutungen, unerfüllter Kinderwunsch bzw. reduzierte Empfängnisfähigkeit
  • Impotenz bei Männern sowie vermindertes Lustempfinden
  • Erhöhter Blutdruck

Natürlich müssen diese Symptome nicht unbedingt zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen. Sie können auch anderer Genese sein. Treten jedoch mehrere von ihnen gemeinsam auf, ist gut daran getan, eine entsprechende Blutuntersuchung vornehmen zu lassen. Damit eine entsprechende Therapie, die als Dauertherapie verordnet wird, optimal wirken kann, ist eine regelmäßige Kontrolle notwendig. Denn auch ein Zuviel des Präparates kann zu Folgeproblemen führen. Fragt man sich, wie es im Erwachsenenalter zu einer Hypothyreose kommen kann, so ist die Antwort eigentlich in den meisten Fällen schnell gefunden: eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Wird diese nicht behoben, entwickelt sich im Laufe der Zeit die Schilddrüsenunterfunktion als Folgekrankheit.

Doch eine Erkrankung bzw. Problematik mit der Hirnanhangdrüse kann zu diesen Symptomen führen. Kommt es zu dieser Problematik, so wird das Hormon der Hirnanhangdrüse nicht oder verringert produziert, was wiederum die Produktion von Schilddrüsenhormonen beeinträchtigt.

Welche Folgen kann eine falsche Behandlung haben?

Zum einen stehen wir vor der Überversorgung mit Thyroxin. Damit dies nicht geschieht, sollte eine 6-monatige bzw. 12-monatige Kontrolle im eigenen Interesse durchgeführt werden. Eine Überversorgung jedoch führt zu einer Reihe Folgesymptomen, die vermieden werden könnten:

  • Vorhofflimmern
  • Angina pectoris
  • Herzinsuffizienz
  • Nervosität
  • Palpation
  • Abnahme der Knochenmineraldichte
  • In Folge Knochenbrüche
  • Bluthochdruck

Nun besteht aber kein Grund zur Panik. Solange man sich in fachärztliche Behandlung begibt, die Kontrollen ein- oder zweimal im Jahr über sich ergehen lässt, kann nichts passieren, was gesunden Mitmenschen nicht auch geschehen könnte.

Abnehmen mit Hypothyreose

Viele Menschen, die unter der Schilddrüsenunterfunktion leiden, haben mit Übergewicht zu kämpfen. Verständlicherweise wollen sie diesem den Kampf ansagen. Doch ist es nicht so einfach, wenn doch der gesamte Stoffwechsel von den Schilddrüsenhormonen beeinträchtigt ist. Und trotzdem geht es.

Die verminderte Schilddrüsenfunktion führt dazu, dass sämtliche Stoffwechselfunktionen des Organismus buchstäblich in Zeitlupe ablaufen. Das bedeutet, dass viele Patienten mit diesem Krankheitsbild über Gewichtszunahme klagen, obwohl sie nachweislich weniger essen. Denn auch die Regelung des Appetits gehört zum Regelkreis des Stoffwechsels. Des Weiteren können die meisten Patienten Wasseransammlungen feststellen. Die sogenannte interstitielle Flüssigkeit sammelt sich zwischen den Zellen und wird eingelagert. Auch diese Wassereinlagerungen führen zur Steigerung des Gewichts.

Ja, die Gewichtszunahme geht mit der Erkrankung einher. Das ist korrekt. Ebenso korrekt ist es, dass Abnehmen mit der Diagnose Schilddrüsenunterfunktion nicht einfach ist. Trotzdem ist es durchaus möglich. Um aber tatsächlich ans Ziel zu gelangen, ist es notwendig, die Ursache des Problems zu beheben. Diese liegt im Ungleichgewicht des hormonellen Schilddrüsenregelkreises. Um diesen zu regulieren, bedarf es die korrekte Diagnose eines Facharztes sowie dessen Unterstützung, um die korrekte Medikation zu erhalten und dem Organismus individuell anzupassen. Die Einnahme des entsprechenden Präparates hat regelmäßig zu erfolgen. Für gewöhnlich handelt es sich um synthetische Schilddrüsenhormone. Diese sind in der Lage, den Stoffwechsel wieder anzukurbeln. Läuft dieser wieder in normalen Bahnen, werden einige der Probleme von alleine beseitigt. Hierzu gehört zum Beispiel die übermäßige Wassereinlagerung. Haben sich diese aufgelöst, sind bereits einige Pfunde gepurzelt.

Die Gewichtszunahme, die aufgrund der eingelagerten Fettzellen entstanden ist, kann nur mit Geduld und Disziplin wieder reduziert werden. Zwar hat sich der Stoffwechsel normalisiert, doch ist der Organismus nur schwer davon zu überzeugen, die Fettdepots zu reduzieren oder gar gänzlich aufzugeben. Dies liegt in der Geschichte des Menschen. Denn dieser hat in früherer Zeit eher Probleme damit gehabt, ausreichend Reserven einlagern zu können. Hat er diese erstellt, will er sie nicht kampflos wieder hergeben.

Der Arzt ist diesbezüglich als Verbündeter anzusehen. Denn er weiß, mit welchen Tricks man den Organismus überlisten kann. Denn eines ist sicher: Die Einnahme von Schilddrüsenhormonen ist nicht mit einer Schlankheitskur zu verwechseln. Es bedarf also zusätzlich der persönlichen Mitarbeit in Hinblick auf die Ernährung und der körperlichen Bewegung. Zum einen ist es wichtig, sich dem Krankheitsbild entsprechend richtig zu ernähren. Ebenso sind Nahrungsmittel notwendig, die in der Lage sind, eingelagerte Fettzellen zu lösen und auszuschwemmen bzw. diese zu verbrennen. Auf keinen Fall sollte man dem Versuch erliegen, eine Mode-Diät auszuprobieren. Diese haben meist nur kurzfristige Erfolge mit einer größeren Gewichtszunahme nach recht kurzer Zeit.

Ein weiterer Punkt, der konsequent ausgeführt werden muss, ist das körperliche Bewegungstraining. Auch hier sind Übungen zu empfehlen, die direkt die Fettverbrennung anregen, gleichzeitig aber auch die Muskulatur stärken und ausbilden. Diese Übungen gibt es natürlich auf Rezept. Das bedeutet, dass man sich nach geeigneten Kursen in der Umgebung umschauen muss. Es kann von Vorteil sein, wenn man sich ein Fitness-Studio aussucht, in dem neben der Beratung hinsichtlich des Trainings auch eine konsequente Ernährungsberatung durchgeführt wird. Immer mehr Studios bieten auch die Zusammenarbeit mit einem Arzt an, damit dieser den gesundheitlichen Zustand des Trainierenden überwachen kann. So können schnell Änderungen des Trainings- oder Ernährungsplanes vorgenommen und durchgeführt werden, um das Ergebnis zu optimieren.

Die Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

Natürlich gilt auch bei diesem Krankheitsbild, dass man sich gesund und ausgewogen ernähren soll, ohne dabei die individuellen Vorlieben außer Acht zu lassen. Und doch gilt es, noch einige weiteren Aspekte zu berücksichtigen. Denn bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist es wichtig darauf zu achten, dass man sich ausreichend mit den richtigen Mineralien und Spurenelementen versorgt.

 Ein wichtiges Element, das bei Schilddrüsenunterfunktion nicht fehlen darf, ist das Jod.  Sicherlich kann man sich auch über jodiertes Kochsalz versorgen, doch sollte man auch die natürlichen Ressourcen dieses Elements zurückgreifen. So sollte Fisch regelmäßig auf der Speisekarte erscheinen. Viele Fischarten enthalten viel Jod.

Vor Sojaprodukten muss gewarnt werden. Sie sind in der Lage, die Schilddrüsenfunktionen zu hemmen. Da dies kontraindiziert wäre, sollte man sie nur in geringen Mengen oder gar nicht verzehren.

Selen und Zink sind die nächsten Spurenelemente, die bei einer Schilddrüsenunterfunktion in fast allen Fällen auftreten. So sollten pro Tag ungefähr 30 bis 70 Mikrogramm Selen aufgenommen werden. Selen ist unter anderen in Fleisch, Fisch, Sesam, Gerste, Sonnenblumenkernen und Petersilien enthalten. Zink ist mit einer Tagesmenge von 7 bis 11 Milligramm veranschlagt. Wir finden es in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Milchprodukten, Fleisch und Fisch.

Es ist angeraten, sich überwiegend von natürlichen Produkten mit korrektem Bio-Label zu ernähren. Lebensmittel aus konventioneller Herstellung können aufgrund ihres Anbaus bzw. ihrer Be- und Verarbeitung oft nur noch wenig Spurenelemente und Mineralien aufweisen. Zu wenig, um den Tagesbedarf zu decken.

Da auch die Menge der Spurenelemente und Mineralien in Bioprodukten nicht zur Deckung des Bedarfs ausreicht, sollten zusätzliche Präparate konsumiert werden, damit die Tagesmenge erreicht werden kann. Hierbei ist auf eine gute Bioverfügbarkeit zu achten. Denn nur wenn diese gewährleistet ist, kann der Organismus vollständig von der Aufnahme der Präparate profitieren.

Zusätzlich wird eine Einnahme der folgenden Vitamine empfohlen: Vitamin B12, A, E und D. Auch hier sollte zu hochwertigen, bioverfügbaren Präparaten gegriffen werden. Diese sind nicht im Discounter um die Ecke zu finden.

Ist eine Schwangerschaft problematisch bei einer diagnostizierten Schilddrüsenunterfunktion?

Die Schwangerschaft ist ein Ausnahmezustand für den gesamten Organismus. So ist auch die Anforderung an die Schilddrüsen bei einer Schwangerschaft gestiegen. Kommt es also zu veränderten Werten der Schilddrüse, kann dies in einer Schwangerschaft normal sein. Wer jedoch bereits vorher mit einer Schilddrüsenunterfunktion behaftet ist, sollte dies während dieser Zeit öfter überprüfen lassen.  So steigt der Jodbedarf auf gut 100 bis 200 Mikrogramm pro Tag. 

Die bereits bekannte Schilddrüsenunterfunktion ist schnellstmöglich mit dem Präparat Levothyroxin zu behandeln. Bleibt diese Behandlung aus, kann es zu Fehl- oder Frühgeburten kommen.

Korrekt dosiert kann dies Präparat Mutter und Kind gesund durch die Schwangerschaft begleiten. Gut ¼ bis ⅓ mehr der üblichen Dosis werden in der Schwangerschaft benötigt. Bei einer Verringerung der Dosierung oder gar einem Absetzen des Präparates kann es zu körperlichen und geistigen Fehlentwicklungen des Fötus kommen.

Die Substitution des Schilddrüsenhormons sowie die Einnahme von Jodpräparaten während der Schwangerschaft ist unbedenklich, solange sie durch einen Arzt überwacht wird. Eine radioaktive Untersuchung der Schilddrüse ist allerdings vollkommen ausgeschlossen. Auch nach der Geburt des Kindes sollte man hiermit noch gut 6 Monate warten.